Ski Camp Austrian Race Series


Ski Camp Austrian Race Series

12.11.2011

Vom 7. – 10.11.2011 haben sich insgesamt 10 motivierte Hobbysportler, darunter ich selbst, in Sölden eingefunden, um ihre Skitechnik aufzufrischen und zu verbessern. Das 1. Skitechnik Camp der Austrian Race Series wurde ganz bewusst an den Anfang der Saison gelegt. Ziel des Camps war es, den fehlenden Schneekontakt der letzten Monate durch intensives Training mit Trainerkoryphäe Richard Berger vergessen zu lassen und gleich am Beginn der Saison das richtige Gefühl für Ski und Schnee zu bekommen.

Hier mein kleines, persönliches Tagebuch der sensationellen 4 Trainingstage in Sölden:

Montag, Anreise- und 1. Trainingstag:

Gegen 10 Uhr treffe ich als einer der ersten Teilnehmer des Camps im netten Hotel Erhat in Sölden ein. Mein Vorteil: Ich habe bereits die vorangegangene Nacht  in Tirol verbracht und so den Anreiseweg aus dem Osten Österreichs doch erheblich verkürzt. Bis zum vereinbarten Treffpunkt zu Mittag treffen alle der Reihe nach ein. Die anderen Neuen in der Gruppe und ich, die nur von Einzelnen oder gar von Niemanden gekannt werden, werden herzlich aufgenommen und es  herrscht von Anfang an ein super Klima, bei den, bis auf einen weiblichen Gast in den ersten zwei Tagen,  nur männlichen Teilnehmern. Melanie hat in der letzten Woche ein anderes Camp von Richard Berger besucht und ist einfach noch da geblieben – so begeistert war sie von der Woche.

Eines ist von Anfang an klar: In den nächsten Tagen wird es um Skifahren, Skifahren und Skifahren gehen. Nachdem alle Teilnehmer eingecheckt haben geht es sofort mit den Autos auf den Rettenbachferner. Ich nehme Otto mit, einen echten Bergfex aus Niederösterreich. Wir sind sehr gespannt was die nächsten Tage bringen werden.

Richard Berger

Richard Berger zeigts vor!

Ab auf den Berg und Richi Berger übernimmt sofort das Kommando – gemeinsames Aufwärmen und die ersten Schwünge folgen. Das Niveau unter den Teilnehmern ist hoch – ich bin froh, dass ich diese Saison schon 3 Skitage und neue Ski habe. Sofort geht es mit den ersten Übungen los, um eins mit Sportgerät und Schnee zu werden. Immer wieder betont Richi, dass wir  es “fühlen” sollen. Von den Zehen bis in den Kopf, jeder Teil des Körpers hat so seine Aufgaben. Nach nur ein paar Fahrten geht der Trainer sofort auf die individuellen Schwächen und Stärken der Fahrer ein. Ich selbst mache zu wenig mit dem Innenski und schon bekomme ich eine Übung, bei der es im Vordergrund steht die Technik des Innenskis zu verbessern und erste Freude – ich merke, nein fühle sofort wie es besser wird. Das erste Training ist nach knappen drei Stunden vorbei. Nach einem gemeinsamen Getränk geht es ab ins Tal. Nächster Programmpunkt: Aktives Regenerieren unter Thomas Pinkel von den Austrian Race Series. Eine Runde Laufen und Regenerationsübungen sowie Dehnen stehen auf dem Programm. Thomas trumpft mit super Übungen auf, die Spaß machen und ihren Zweck erfüllen.

Zweiter Tag: Nebel, ideales Wetter für Balanceübungen

Nebel, dichter Nebel und unser Trainer freut sich: “Heute sehen wir nichts, heute können wir ordentlich Skifahren lernen”, sagt er mit einem breiten Lächeln. Weil es beim Skifahren vor allem um Balance geht, die ohne Sicht noch schwieriger zu halten ist, lässt uns Trainer Richi gleich mal auch ohne Stecken, den vom Skiweltcup bekannten Steilhang am Rettenbach Ferner hinunter. Natürlich nicht ohne Übungen für die richtige Körperhaltung. Es ist schwierig, aber auch geil wie man sich so am Ski fühlt. Die von Beginn an homogene Gruppe freut sich nicht nur über das Training, nein auch über das schlechte Wetter, denn endlich war es Winter geworden – es schneit sogar hie und da. Zwei bis drei Stunden am Vormittag und weitere zwei am Nachmittag ziehen wir auf den Pisten am Rettenbach- und Tiefenbachferner unsere Spuren. Am Ende des Tages wird wieder regeneriert und die Gruppe ist vom intensiven Training müde, aber gut gelaunt.

Traumwetter Sölden

Traumwetter

Dritter Tag: Die Belohnung, wolkenloser Himmel

Wir schauen in der Früh aus dem Fenster und freuen uns – der Wetterbericht hat gestimmt, kein einziges Wölkchen am Himmel. Schnell rauf auf den Gletscher, wir sind so ziemlich die Ersten auf der Piste und können auf den ersten Hängen unsere neu erlangte Balance so richtig ausprobieren. Runter den Steilhang! Ich bin gut drauf und motiviert, vielleicht übermotiviert, rutsche aus und reisse meinen ersten Sturz, gleich mal mit Überschlag den Steilhang runter. Was war passiert? Ich rutschte am Schuh aus – na gut, damit kann ich leben, muss die Kurvenlage ja extrem gewesen sein :) . Richi gibt mir aber noch genau mit, wo der tatsächliche Fehler passierte – zu enge Skiführung! Wenig später geht es ab ins Gelände um erneut die Balance in unterschiedlichen Situationen zu verbessern. Ich freu mich! Die Kondition lässt zu wünschen übrig, aber der Spaß ist riesig. Natürlich fahren wir im freien Gelände nicht ohne Aufgaben und Einweisung des Skiführers Richi – schließlich sind wir am Gletscher wo es auch Gletscherspalten gibt – Richi gibt die äußerste Spur vor. Long Turns im buckligen, brüchigen Schnee – ja, auch das geht – ist das geil! Abends haben ein paar die ersten kleinen Blessuren, aber nichts wirklich Schlimmes ist dabei. Alle wollen möglichst an Ihre Grenzen gehen und sich intensiv verbessern. Der Abend verläuft wie die vorigen. Nettes Beisammensein nach dem ausgezeichneten Abendessen, plaudern über dies und das.

Letzter Tag: es geht viel zu schnell zu Ende

Am letzten, vierten Tag wird schon vor 8:00 Uhr gestartet, wieder ist es wolkenlos. Da das Camp zu Mittag endet, wollen wir keine Zeit verlieren. Die ersten Kurven gehts gleich wieder den Steilhang runter, denn in der Früh ist er in einem super Zustand. Leider beginnt am Donnerstag anscheinend das Wochenende und es sind viel mehr Leute am Gletscher unterwegs als die Tage zuvor. Unserem Training kann das aber nichts anhaben. Auch der letzte Tag ist intensiv.

Zu Mittag beenden wir das 1. Skitechnik Camp und jeder Einzelne hat seine Skitechnik verbessert und gefühlt wo seine Stärken und Schwächen liegen. Einige haben die Übungen mitgeschrieben. Andere auch beim Freifahren immer und immer wieder trainiert. Ich weiß meine Übungen, die ich diesen Winter für mich mitnehme um an meinem schwächeren Innenski und der Fußtechnik zu arbeiten.

Im Hotel setzen wir uns nochmals auf ein gemeinsames Getränk zusammen. Die Verabschiedung fällt herzlich aus und das “Hoffentlich sehen wir uns bald wieder!” während des festen Händedrucks ist ehrlich gemeint.

Besonderer Dank gilt denen in der Gruppe, die sich schon seit Jahren kennen, und uns Neuen das Gefühl gaben, auch schon immer mit dabei zu sein. Natürlich muss man auch den Trainer Richi Berger  extra erwähnen. Ein feiner Mensch mit feinem Gefühl für den Ski und jeden einzelnen Kursteilnehmer. Er wird uns auch hier im SKIINGAREA Magazin in Zukunft mit seinem Fachwissen zur Seite stehen. Gerade erschienen ist auch die erste Ausgabe seines mit zwei Partnern entwickelten Printmagazins SKING, eines kostenlosens Fachmagazins über die Faszination Skifahren, das bei ausgewählten Fachhändlern, Skifirmen, ÖSFA und ISPO und Skicamps aufliegt. Skicamps mit Richi kann man über seine  Skischule Amigos buchen.

Eine absolut gelungene Woche mit netten, neuen Bekanntschaften. Ich überlege mir gerade bei welchen Rennen der Austrian Race Series ich starten werde. Ziel dabei ist, nicht Letzter zu werden und den Fun und Spirit des Camps aus Sölden auch bei Rennen zu erleben.

-GR-

Links:

Austrian Race Series
Skischule Amigos – Richard Berger

 

 

 



Kategorien: Aktuell, Ski Magazin, Sölden
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